Newsletter vom 24.10.2010
"Erneuerbare Energien - Wege aus der Klimakrise mit dezentraler und zentraler Technik"
Jetzt anmelden zu der interessanten Tagung in Bad Herrenalb 19. - 21. Nov. 2010
Die Warnungen vor einer Klimakatastrophe werden immer lauter. Die Zeit zum Handeln drängt. Obwohl der Weltklimagipfel in Kopenhagen keinen entscheidenden Fortschritt auf der politischen Handlungsebene gebracht hat und die Enttäuschungen der Akteure groß sind, zeichnen sich für die Stromerzeugung zunehmend verschiedene technische Lösungsmöglichkeiten ab. Die Frage, dezentral oder zentral ist aber nicht nur eine technisch zu beantwortende, sondern hat viele gesellschaftliche und politische Konsequenzen, die bedacht werden müssen.
Tagung für alle Interessierten: Es erwarten Sie spannende aktuelle Vorträge und Diskussionen aber auch "Kernstücke" Lieder - Chansons - Mundart von und mit Traudel Kern
> Flyer mit Programm und Anmeldung > www.ev-akademie-baden.de/f_prog4.htm
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Biene Maja und die Buchhalter
Zwischenbilanz der Welt-Artenschutzkonferenz im japanischen Nagoya: Ein Baum im Wald ist wertlos. Zu Zahnstochern weiterverarbeitet, findet er hingegen Eingang ins Bruttoinlandsprodukt. Dadurch kommt es zu Fehlentscheidungen.
Heute werden 380 Tier- und Pflanzenarten ausgerottet. Und morgen auch. Und übermorgen. Das sind 1.000 wenn nicht sogar 10.000 mal mehr als normalerweise aussterben würden.
Der Verlust an Artenvielfalt ist denn auch die größte Gefahr für die lebenserhaltenden Ökosysteme unseres Heimatplaneten, der Systeme also, die uns mit frischer Luft, sauberem Wasser und Nahrung versorgen. Je mehr unterschiedliche Arten ein Ökosystem ausmachen, desto widerstandsfähiger ist es und kann somit besser auf externe Störungen reagieren.
Je reicher ein Ökosystem an Arten, desto besser kann es auch helfen, den Klimawandel zu bekämpfen, weil es Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufnimmt und bindet. Wenn Ökosysteme zerstört werden, wird Kohlendioxid freigesetzt. Ein alter Wald beispielsweise kann wesentlich mehr Kohlendioxid speichern als eine neu angelegte Plantage.
Doch dieses Massaker zu stoppen ist nicht einfach. Eigentlich hätte der Arteverlust bis dieses Jahr deutlich verlangsamt werden sollen. Doch dies ist nicht gelungen, er beschleunigt sich sogar.
Die Trendwende soll nun ein internationales Abkommen bringen, das derzeit im japanischen Nagoya verhandelt wird. Seit Beginn der Woche feilen dort Diplomaten aus knapp 200 Ländern an Paragraphen und nächste Woche stoßen die Umweltminister der Welt dazu, um die verbleibenden politischen Fragen zu klären.
Ähnlich wie bei den Klimaverhandlungen spielt Geld eine zentrale Rolle bei den Verhandlungen im Rahmen der UN-Konvention über die biologische Vielfalt CBD. Zum einen geht es um die Bewertung der Artenvielfalt. Was sind zum Beispiel Bienen wert?
Ein Schweizer Bienenstock produziert Honig im Wert von 215 Franken pro Jahr. Beim Sammeln von Pollen, haben Bienen aber noch einen Nebeneffekt: Sie bestäuben die Pflanzen und sorgen so für das Wachstum von Früchten und Beeren. Dieser Nebeneffekt hat einen Wert von 1050 Franken pro Bienenstock. Alle Schweizer Bienen erwirtschaften so einen volkswirtschaftlichen Nutzen von 213 Millionen Franken pro Jahr.
Der Wert der Bienen geht folglich in die Milliarden, denn die 213 Millionen entsprechen nur dem jährlichen "Zinsertrag" auf den "Kapitalstock" Bienen in der Schweiz. Das Problem ist nun aber, dass abgesehen vom Honig der Wert der Bienen bei politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen meist unberücksichtigt bleibt. Und so sind diese Entscheidungen oft suboptimal. Sie bevorzugen private Gewinne und physisches Kapital und vernachlässigen die öffentliche Wohlfahrt und das natürliche Kapital, monieren die Autoren der Studie The Economics of Ecosystems and Biodiversity.
Welche Wert haben Pflanzen und Tiere?
Ein wichtiger Bestandteil der Verhandlungen in Nagoya dreht sich daher um die staatliche Buchhaltung. Das Bruttoinlandsprodukt BIP, das nur den Wert des Honigs wiedergibt, soll durch weitere Kennzahlen ergänzt werden. Bis 2020 soll der Wert von Ökosystemen in die nationalen Buchhaltungen und die nationalen Entwicklungspläne integriert werden.
Und dann sehen Entscheidungen oft ganz anders aus: Das Paradebeispiel ist die Wasserversorgung von New York: Statt für sechs bis acht Milliarden Dollar eine neue Wasseraufbereitungsanlage zu bauen, hat die Stadt New York anderthalb Milliarden Dollar in den Naturschutz in den Catskill Bergen investiert. Dort wird das Trinkwasser für die Millionenmetropole auf natürliche Weise gereinigt.
Aber bei den Verhandlungen in Nagoya geht es nicht nur um den Wert der Natur sondern vor allem auch, wer letztlich davon profitiert. Die Entwicklungsländer verlangen, dass die Industriestaaten für die Nutzung von Tier- und Pflanzenarten zahlen. So findet sich ein Stoff, der von wilden Kautschuckbäumen in Malaysia produziert wird, in modernen Aidsmedikamenten und Malaysia will einen Teil der Gewinne.
Grundsätzlich stimmen die Industriestaaten einer Beteiligung der Entwicklungsländer an den Gewinnen zu. Dissens besteht aber bei der genauen Ausgestaltung der Gewinnbeteiligung und es besteht die Gefahr, dass dieses Teilkapitel die Verhandlungen verzögert oder gar zum Scheitern verurteilt. Denn für die Entwicklungsländer ist die Ausweitung von Naturschutzgebieten und der kommerzielle Schutz der darin vorkommenden genetischen Vielfalt "unauflösbar miteinander verknüpft". Ohne Gewinnbeteiligung also kein Naturschutz. Aber: Ohne Naturschutz auch keine Gewinne. Und so besteht die Gefahr, dass es schließlich nur noch um die Verteilung von Verlusten geht.
> www.klimaretter.info/umwelt/hintergrund/7146-biene-maya-und-die-buchhalter
Umstimmen, Mitmachen. Jetzt.
Keine Laufzeitverlängerung für AKWs.
Mit Ausrufung der „energiepolitischen Revolution“ durch Frau Merkel hat die Bundesregierung längere Laufzeiten für Atommeiler beschlossen – aber bis jetzt sind sie noch nicht Gesetz. Das Parlament muss nun entscheiden.
Hier sehen Sie, wie Ihre Abgeordneten zur Laufzeitfrage für Atommeiler stehen.
Stimmen Sie sie um, äußern Sie Lob oder Kritik, machen Sie ihnen klar, was der Wille des Volkes ist:
Keine Laufzeitverlängerung für AKWs.
Helfen Sie Ihren Abgeordneten. Mailen Sie Ihnen Ihre Meinung!
Drei Wege zur schnellen Mail an Ihren Volksvertretern: ...
> https://greenpeace-energy.de/restlaufzeit
MONITOR: "Die Lüge vom teuren Ökostrom - Warum die Stromrechnung wirklich so hoch ist"
Es ist nicht zu fassen: einerseits hieß es in Meldungen gestern, dass die Stromriesen im ersten Halbjahr wieder mal Rekordgewinne gemacht haben! Andererseits vergeht für uns Verbraucher kein Jahr ohne dicke Nachzahlung, ohne Erhöhungen..."
"...Jetzt aber häufen sich auch noch Grusel-Prognosen, dass Ökostrom alles noch teurer machen wird. Doch dieser Alarm, so Markus Schmidt und Michael Houben, der ist einfach falsch." Sonia Seymour Mikich in der MONITOR-Sendung vom 21.10.1010
Dr. Manuel Frondel, Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung (RWI): "Ja, Kernbotschaft unseres Artikels ist, dass der Ausbau der Photovoltaik und die enorme Förderung von Solarstrom in Deutschland sehr hohe Kosten verursacht, wenig Strom produziert und keine Klimaschutzwirkung hat."
Die Zahlen des RWI - die Kollegen vom Wuppertal-Institut haben sie nachgerechnet. Danach bleiben von 64 Milliarden Solarförderung noch knapp 55 als Gesamtsumme für 30 Jahre. Also 1,82 Milliarden pro Jahr. Übertreibt also das RWI?
Den gesamten Beitrag können Sie hier sehen > www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2010/1021/strom.php5 und hier downloaden > www.wdr.de/tv/monitor//sendungen/2010/1021/pdf/strom.pdf
Vordenker, Antreiber, Reformer, Revolutionär
EUROSOLAR trauert um Hermann Scheer. In der Traueranzeige wird der Gründer der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien und des Weltrats für Erneuerbare Energien (WCRE) als intellektuell brillanter, herzlicher Mensch und tatkräftiger Politiker gewürdigt. EUROSOLAR und die Hermann-Scheer-Stiftung werden sein Lebenswerk fortführen.
Dr. Hermann Scheer 29. April 1944 – 14. Oktober 2010
Träger des Alternativen Nobelpreises
Präsident der Vereinigung für Erneuerbare Energien, EUROSOLAR e.V.
Vorsitzender des Weltrats für Erneuerbare Energien, WCRE
Mitglied des Deutschen Bundestags
Sein plötzlicher Tod hat uns alle tief getroffen und schwer erschüttert. Im Alter von 66 Jahren wurde Hermann Scheer mitten aus einem Leben voller Ideen und Initiativen gerissen. Wir trauern um diesen intellektuell brillanten, herzlichen Menschen und tatkräftigen Politiker. Hermann Scheer hat eine große Lebensleistung vollbracht. Mit Mut, Weitblick und Entschlusskraft konnte er auf vielen Feldern den politischen Diskurs des Landes prägen. Allem voran hat er die Energiewende Wirklichkeit werden lassen, die er früh als ökologisch und auch friedenspolitisch zwingend erkannt hatte. Mit seinem Kenntnisreichtum und der unbestechlichen Schärfe seines Denkens hat er weltweit viele Menschen davon überzeugen können. Seine Begeisterungsfähigkeit war mitreißend. Er war Vordenker und Antreiber, Reformer und Revolutionär.
In seinem letzten Buch, das wenige Tage vor seinem Tod erschienen ist, hat Hermann Scheer die Notwendigkeit begründet, verantwortliches Handeln nach einem „energet(h)ischen Imperativ“ auszurichten. Daraus leitet sich für uns die Verpflichtung ab, den Systemwechsel in das Zeitalter der Erneuerbaren Energien unbeirrt weiter voranzutreiben. Das Vermächtnis dieser außergewöhnlichen Persönlichkeit soll in der Hermann-Scheer-Stiftung weiterleben.
Irm Scheer-Pontenagel, Dr. Nina Scheer, Lilli Scheer
Die Mitglieder des Vorstands von EUROSOLAR e.V.
Preben Maegaard, 1. Vizepräsident (Dänemark), Hans-Josef Fell (Deutschland), Dr. Josep Puig (Spanien), Mechtild Rothe (Deutschland), Prof. Dr. Tanay Sidki Uyar (Türkei), Milan Smrz (Tschechien), Dr. Luciana Castellina (Italien)
Der Vorstand der deutschen Sektion EUROSOLAR e.V.
Dr. Axel Berg (Vorsitzender), Rosa Hemmers und Hermann Fellner (stellvertretende Vorsitzende), Johannes Gerlach, Stephan Grüger, Thomas Günther, Ulrich Kasparick, Dr. Fabio Longo, Reiner Priggen, Prof. Dr. Konrad Scheffer, Dr. Brigitte Schmidt, Dr. Eike Schwarz, Wilfried Telkämper
Committee of Chairpersons des WCRE
Prof. Peter Droege, Michael T. Eckhart, Dr. José Etcheverry, Angelina Galiteva, Dr. Yogi Goswami, Preben Maegaard, Dr. Eric Martinot, Raymond Myles, Tetsunari Iida, Dr. Wolfgang Palz, Mauro Passos, Dr. Ibrahim Togola
Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle von EUROSOLAR e.V. in Bonn sowie der Abgeordnetenbüros in Waiblingen und Berlin.
Die Beerdigung findet in engem Kreis statt.
Eine öffentliche Gedenkfeier
findet am 1. November 2010 um 11 Uhr im Museum für Kommunikation Berlin statt, Leipziger Straße 16, 10117 Berlin-Mitte. Bei Teilnahme senden Sie bitte eine E-Mail an: gedenkfeier@i-like-no-spam.eurosolar.de
Öffentliches Kondolenzbuch > http://eurosolar.de/de/index.php?option=com_content&task=view&id=1385&Itemid=335#Kondolenz
Anstatt Kränzen und Blumen bitten wir um Unterstützung der in Gründung befindlichen Hermann-Scheer-Stiftung. Spenden bitten wir, unter dem Kennwort "Hermann-Scheer-Stiftung" auf das folgende Konto zu überweisen: ...
> www.sonnenseite.com/Spiritualitaet,Vordenker-+Antreiber-+Reformer-+Revolutionaer+,19,a17291.html
Erfolgreiche Petition: Nukleare Ver- und Entsorgung - Einhaltung der Verträge zur Abschaltung der AKWs bis zum Jahr 2023
Mit fast 74.000 Mitzeichnern war die Petition des Hauptpetenten Jörg Zwosta, ehemaliger CDU-Bürgermeister in Baden-Baden sehr erfolgreich!
Herzlichen Dank an alle Mitzeichner und auch an die "Multiplikatoren"!
Die Petition befindet sich in der parlamentarischen Prüfung! Wir werden an dieser Stelle über den weiteren Fortgang berichten!
> https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=13587
Ein interessanter Link zum Verlauf der Petition (nach Aufruf herunterscrollen)! Es wird ein Zwischenstand vom 21.10. gezeigt:
Atom- und Kohlestrom-Ausstieg mit TERRA Energiewende
Diese Nachricht wurde mit sauberem Strom der www.EWS-Schoenau.de erstellt! 100% Kohle- und Atomstromfrei!
Wechseln Sie doch auch!
TERRA Energiewende -> Kooperation mit Schönau:
- Flyer Energiewende (Unterstützung von Projekten in Entwicklungsländern) > www.terranetwork.org/586.html
- Vertrag TERRA Energiewende > www.terranetwork.org/fileadmin/user_upload/dokumente/EWS_vertrag_terra_2010.pdf
-Infos und unverbindliches Angebot bei Übermittlung einer Kopie der letzten Stromrechnung (gleiche Konditionen wie bei direkter Bestellung über EWS Schönau): > Walter Trautwein, Esslinger Str. 5, 76228 Karlsruhe, Tel. 0721-9453143, walter@i-like-no-spam.trautwein.info
