Vor mehr als 130 Teilnehmern, darunter 40 Medienvertretern, mehreren Parlamentariern, Leitern von Umweltorganisationen und weiteren Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens würdigte der frühere Umweltminister und Chef des UN-Umweltprogramms Prof. Klaus Töpfer (Foto links) bei einer Media Launch in der Bundespressekonferenz in Berlin das von Terra und dem BWA aktiv mitgetragene Buch „Kyoto PLUS“ als „ein wichtiges Kampfbuch“, von dem er hoffe, dass es wichtige neue Türen aufstoße für die dringend notwendige Weiterentwicklung des Kyoto-Protokolls.
Die beiden Hauptautoren dieses neuesten „Reports an die Global Marshall Plan Initiative“ sind der frühere CDU-Umweltstaatssekretär, wissenschaftliche Leiter des Umweltbundesamts und seit kurzem Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des BWA, Prof. Lutz Wicke, und der Leiter des Terra Instituts und GEN-Generalsekretär Peter Spiegel.
„Wir laufen sehenden Auges in die Klimakatastrophe.“ Lutz Wicke (Foto Mitte) untermauerte diese trübe Aussicht bei der Pressekonferenz mit neuesten Zahlen der Internationalen Energieagentur. Danach würden sich – trotz Kyoto-Protokoll – die Klimagasemissionen bis 2030 anstatt deutlich reduzieren nahezu verdoppeln und bis 2050 sogar fast verdreifachen. Große Versicherungsunternehmen erwarten für die nächsten Jahrzehnte Schäden in dreifacher Billionenhöhe, wenn wir nicht endlich zu einem wirksamen globalen Klimaschutzsystem kommen. Wicke schlägt dafür ein globales Emissionshandelssystem vor, gekoppelt mit einem Ökosozialen Marshallplan für die Überwindung von Armut und die Förderung einer schnellen Ökoeffizienzwende. Er ist überzeugt, dass nur ein solches marktwirtschaftliches Anreizsystem die nötige Wirkung entfalten kann.
Co-Autor Peter Spiegel (Foto rechts, mit Prof. Klaus Töpfer, rechts) hob insbesondere auf die Klimapolitikfalle ab, in der wir heute festsitzen und die durch das Konzept von „Kyoto PLUS“ endlich aufgelöst werden kann: „Die USA machen beim Kyoto-Protokoll nicht mit, weil die Schwellenländer nicht mitmachen, und die Schwellenländer machen nicht mit, weil die USA nicht mitmachen und selbst die Europäer viel zu wenig tun.“ Die Schwellenländer fordern „Klimagerechtigkeit“, was für sie bedeutet: Alle Menschen müssen gleiche Emissionsrechte haben. Wer mehr verbraucht muss mehr zahlen. Die USA fordern Wettbewerbsneutralität, was bedeutet, dass alle Unternehmen der Welt in gleicher Weise belastet würden. „Kyoto PLUS“ integriert genau diese scheinbar widersprüchlichen Ansätze in einem vergleichsweise sehr einfachen Konzept.
In einem ersten Medienecho zu „Kyoto PLUS“ unmittelbar zur Buchpräsentation schrieb der Sachbuch-Bestsellerautor Harald Schumann (Die Globalisierungsfalle) davon, dass dieses Konzept "ohne Alternative" sei. "Darum spricht vieles dafür, dass die kommenden Klimaschutzverhandlungen sich entlang der in diesem Buch skizzierten Linien bewegen werden.“
Lutz Wicke / Peter Spiegel / Inga Wicke-Thüs: KYOTO PLUS – So gelingt die Klimawende
Nachhaltige Energieversorgung PLUS globale Gerechtigkeit. Ein Report an die Global Marshall Plan Initiative. Mit einem Vorwort von Klaus Töpfer. 2006. 252 Seiten. Broschur € 19,90. Verlag C.H.Beck. Zu beziehen in jeder Buchhandlung oder bei Terra Media: verlag(at)terranetwork.org
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